Arkikvfoto: Morten Flarup
Offentliggjort 12.02.08 kl. 14:31
Am frühen Dienstagmorgen hat die dänische Polizei mehrere Personen mit muslimischem Hintergrund festgenommen, die verdächtigt werden, einen Mordanschlag auf Kurt Westergaard geplant zu haben, einen dänischen Karikaturisten, der für Morgenavisen Jyllands-Posten arbeitet.
Innerhalb der nächsten Stunden wird eine Erklärung der Polizei erwartet, in der Einzelheiten der geplanten Tat erläutert werden sollen.
Kurt Westergaard ist einer der 12 Karikaturisten, die am 30. September 2005 Karikaturen des Moslem-Propheten Mohammed veröffentlichten.
Unter den festgenommenen Personen befinden sich sowohl dänische als auch ausländische Staatsbürger. Der dänische Sicherheits- und Geheimdienst hatte die Gruppe über Monate hinweg beobachtet.
Die Zeichnungen sowie ein ergänzender Artikel führten, wie weitläufig bekannt, zu der so genannten Mohammed-Krise mit gewalttätigen Demonstrationen, dem Boykott dänischer Produkte sowie Brandanschlägen auf dänische Botschaften.
Insbesondere Kurt Westergaards Zeichnung, die den Propheten zeigt, wie er einen als Bombe dargestellten Turban mit brennender Zündschnur trägt, zog Aufmerksamkeit auf sich. Der Karikaturist wollte damit zum Ausdruck bringen, dass viele Menschen den Propheten dazu missbrauchen, Terror zu legitimieren. Jedoch wurde die Karikatur häufig als Darstellung des Propheten als Terrorist gesehen.
Äußerung von Carsten Juste, Chefredakteur von Morgenavisen Jyllands-Posten, und inhaltlich verantwortlich nach dänischem Medienrecht:
"Das Management von Morgenavisen Jyllands-Posten verfolgte monatelang mit tiefer Besorgnis die geheimen Anstrengungen des dänischen Sicherheits- und Geheimdienstes, Kurt Westergaard vor den offenen Morddrohungen zu schützen. Hoffentlich haben die Festnahmen die Mordpläne vereitelt. Wir sympathisieren mit Kurt Westergaard und seiner Familie, die unter einem unglaublichen Druck leben müssen. Es ist erschütternd, dass jemand, der seiner Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen sowie im Einklang mit den dänischen Gesetzen, dem dänischen Medienethikkodex und der dänischen Medientradition nachgeht, zum Dank dämonisiert wird und sein Leben bedroht sieht. Wir danken den dänischen Behörden dafür, dass sie unseren Kollegen kompetent und professionell beschützt haben."
Äußerung des Karikaturisten Kurt Westergaard:
"Selbstverständlich fürchte ich um mein Leben, seit der dänische Sicherheits- und Geheimdienst mich über die konkreten Pläne bestimmter Leute informiert hat, mich umzubringen. Aber ich habe die Angst in Zorn und Empörung umgewandelt. Es hat mich sehr geärgert, dass eine ganz normale Alltagstätigkeit, die ich tausendfach ausgeübt habe, dazu benutzt wurde, einen solchen Irrsinn auszulösen. Ich bin weiterhin meiner Arbeit nachgegangen und tue es immer noch. Zwar weiß ich nicht, wie lange ich noch unter Polizeischutz stehen muss, aber ich denke, dass die Nachwirkungen der wahnsinnigen Reaktion auf meine Karikatur für den Rest meines Lebens andauern werden. Das ist wirklich traurig, aber es ist für mich zu einer Tatsache geworden."
JP
"Vi er kede af, at mange muslimer har betragtet de 12 tegninger i JP som en krænkelse af profeten Muhammed (...) Hverken den danske regering eller det danske folk har nogen som helst intentioner om at krænke muslimer eller medlemmer af nogen anden trosretning."
"De 12 tegninger var efter vores opfattelse sobre og var ikke tænkt som krænkende. De var ikke i strid med dansk lovgivning, men har uafviseligt krænket mange muslimer, hvilket vi skal undskylde."
"Det har aldrig været Politikens hensigt med genoptrykningen af Karikaturtegningen at krænke muslimer i Danmark eller andre steder. (...) Vi undskylder over for alle, der er blevet krænket af vores beslutning om at genoptrykke Karikaturtegningen".
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